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Hintergrundinformationen

Fairer Handel   •   Zwei Wege des Fairen Handels

Exkurs Fairer Handel

Die Aktion 3. Welthandel ist Anfang der 70er Jahre aus der Kritik an den ungerechten Strukturen des bestehenden Welthandels entstanden. Durch Partnerschaft aller am Alternativen Handel Beteiligten wird beispielhaft versucht, den Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern positive Perspektiven zu eröffnen.
Weltläden verstehen sich als Teil einer umfassenderen Alternativbewegung.
Die grundlegenden Kriterien für ihre Arbeit schließen alle ein, die am »fairen Handel« beteiligt sind - nämlich sowohl die ProduzentInnen (bzw. ihre Organisationen) als auch die Importeure und nicht zuletzt die Weltläden und Aktionsgruppen selbst. Dabei spielen Begriffe wie Sozial- und Umweltverträglichkeit, Transparenz, Non-Profit, Informations- und Bildungsarbeit, Kontinuität und Organisationsform eine besondere Rolle.

Fairer Handel - Die Lieferanten
Fair gehandelte Produkte kommen aus Ländern, die im weltweiten Handel besonders benachteiligt sind. Dazu zählen weite Regionen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas inzwischen aber auch Regionen Europas. Die ProduzentInnen erhalten für ihre Produkte höhere Preise, als das auf dem Weltmarkt üblich ist. Längerfristige Abnahmegarantien und angemessene Vorfinanzierungen (in der Regel bis zu 50 %) ermöglichen den ErzeugerInnen, sich aus eigener Kraft eine menschenwürdige Existenz aufzubauen. Direktimporte schalten Zwischenhändler weitgehend aus. Unterstützt werden mit diesen Maßnahmen vor allem KleinproduzentInnen und deren Zusammenschlüsse. Die sich daraus ergebenden Mehrpreise werden in erster Linie für Weiterbildungsprogramme und Investitionen eingesetzt.
Besondere Zuschläge dienen der Förderung umweltgerechterer Anbau- und Verarbeitungsmethoden.
Fair gehandelte Produkte finden sich nicht nur im Lebensmittelbereich (Tee, Kaffee, Honig, Zucker, Gewürze, Wein, Rum, Süßigkeiten, Nüsse...) es gibt auch eine große Auswahl hochwertiger Gebrauchsgegenstände, Schmuck, Kunstgewerbe und Textilien.

Fairer Handel in Deutschland
In Deutschland existieren derzeit mehr als 800 Weltläden (davon ca. 100 in Ostdeutschland und davon wieder ca. 45 in Sachsen) und Tausende von Aktionsgruppen (Kirchgemeinden, die nach den Gottesdiensten verkaufen, Jugendgruppen, Schulklassen, …). Sie beziehen ihre Waren von verschiedenen alternativen Handelsorganisationen - in erster Linie von der gepa (Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit den Ländern der Dritten Welt, Wuppertal), El Puente (»Die Brücke«, Hildesheim) und Dritte -Welt-Partner Ravensburg.
In Dresden entstand 1996 ein von den Handelsorganisationen strukturell weitgehend unabhängiges Lager, die F.A.I.R.E. eG, eine Genossenschaft, die den sächsischen, sachsen-anhaltinischen und zum Teil auch Thüringer Läden gehört und von den verschiedensten Handelsorganisationen Waren bezieht, um sie an die »GenossInnen« und andere Großkunden weiterzugeben. (www.faire.de)

Die meisten Weltläden arbeiten mit ehrenamtlichen MitarbeiterInnen.

Das aha hat sich entschieden, eine ausschließlich hauptamtliche Struktur aufzubauen.
Wir interpretieren Fairen Handel so, dass alle Glieder der Handelskette ihren Lebensunterhalt damit verdienen können. Dabei orientieren wir uns an den Einkommen des normalen Einzelhandels. Niemand wird also reich in unserem Unternehmen aber wir haben den Eindruck, tatsächlich als reale Alternative auftreten zu können.

  • Was sind die Vorteile der Hauptamtlichkeit?
  • Wir können ganztägige Öffnungszeiten garantieren.
  • Wir können uns aufbauend weiterbilden.
  • Wir können kontinuierlich arbeiten.
  • Wir haben kurze Kommunikationswege.
  • Wir bieten Arbeitsplätze.
  • Wir können im Dienstleistungsbereich faire Arbeitsstrukturen vorleben.
  • Wir können langfristig arbeitsteilig alle anfallenden Aufgaben erledigen.

Zwei Wege des Fairen Handels

Weg 1. »integrierte Lieferkette«, Weltladenweg
Kontrolle und Zertifizierung von Unternehmen und Produkt
2. Fairtrade-Fairer Handel
Zertifizierung ausschließlich des Produktes
ProduzentInnen KleinproduzentInnen, soziale Unternehmen, Familienbetriebe, ausgesucht nach den WFTO-Standards KleinproduzentInnen, Plantagen, Contract-Farmer, zertifiziert nach den Standards von Fairtrade International
Zwischenhandel Möglichst ausgeschlossen oder sehr gering gehalten Wird von den Unternehmen selbst und individuell geregelt
Importeure Ausschließlich auf Fairen Handel fixiert, WFTO-Mitglieder, anerkannte und zertifizierte LieferantInnen des Weltladendachverbandes bzw. des FairBandes Da nur Produkt zertifiziert wird, sind die Unternehmen beliebig, meistens jedoch konventionelle Unternehmen und Multis
Produktzusammensetzung In Mischprodukten mindestens 50 % Fair-Handels-Anteil, Kein Mengenausgleich
Alles, was fair möglich ist, ist auch fair
In Mischprodukten mindestens 20 % Fairhandelsanteil
Mengenausgleich möglich, muss aber dokumentiert werden
Es reicht ein zertifizierter Rohstoff, um das Siegel zu bekommen, auch wenn mehr möglich wäre
Verkauf über Weltäden
Aktionsgruppen
Eventuelle Gewinne werden in Bildungs- und Kampagnenarbeit eingesetzt
Supermärke, Naturkostläden
Gewinne werden unternehmensspezifisch verwendet

Wir arbeiten nach den Kriterien der integrierten Lieferkette.
Die meisten unserer Produkte tragen das Fairtrade-Siegel NICHT, aber wir kennen unsere Importeure und deren Arbeitsweise.
Wir legen Wert darauf, die Herkunft unserer Produkte möglichst urückverfolgen zu können.
Wir werden nicht reich mit dem Verkauf aber wir möchten, dass alle an der Lieferkette Beteiligten ihren Lebensunterhalt mit dem Fairen Handel bestreiten können.