Vernissage am 5. Februar 2026, 19 Uhr
Ladencafé AHA, Kreuzstraße 7, Dresden
Alter Leipziger Bahnhof
Geschichte – Erinnerung – Freiraum
Der Alte Leipziger Bahnhof ist ein besonderer Ort in Dresden. Heute wirkt das Gelände wie eine verwilderte Naturlandschaft und ist einer der letzten Freiräume inmitten der Stadt. Dabei hat der Ort eine wichtige Geschichte: 1839 startete hier die erste Eisenbahnfernverbindung Deutschlands.
Dunkle Vergangenheit ist die Deportation jüdischer Menschen in Ghettos und Vernichtungslager von dort aus, während der NS-Zeit. Die Umgestaltung des Bahnhofs zu einem Erinnerungsort und neuem Stadtquartier ist momentan auf Eis gelegt.
Die Fotografien dieser Ausstellung entstanden zwischen 2014 und 2025 und stammen von der AG Stadtdokumentation im Kulturverein riesa efau.
Sie dokumentieren den Alten Leipziger Bahnhof als einen außergewöhnlichen Stadtraum, ein in gewisser Hinsicht verwunschenes Paradies, in dem überwucherte Relikte der Vergangenheit und gegenwärtige Nutzungen aufeinandertreffen.
Das Areal vermittelt bis heute den Eindruck eines abgeschiedenen, von der Natur zurückeroberten Ortes – ein temporärer Freiraum inmitten der Stadt. Zugleich verdeckt diese Atmosphäre seine herausragende historische Bedeutung: Mit der Eröffnung des Leipziger Bahnhofs im Jahr 1839 begann hier die erste Eisenbahnfernverbindung in Deutschland. Ab 1942 dienten seine Bahnsteige als Ausgangspunkt für Deportationszüge, mit denen Juden aus Dresden und Umgebung in Ghettos und Vernichtungslager verschleppt wurden. Der Alte Leipziger Bahnhof steht damit sowohl für die Geschichte von Industrialisierung und Mobilität als auch für die die Verbrechen des Nationalsozialismus.
Nach 1990 wurde das Gelände weitgehend sich selbst überlassen. Die historische Bausubstanz verfiel oder wurde abgetragen. Gegenwärtig wird unter Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure eine städtebauliche Neuordnung diskutiert, die ein grünes, kleinteiliges Quartier und einen Gedenk-, Lern- und Begegnungsort vorsieht. Ob und wann dies gelingt, ist jedoch offen – zuletzt wurden die für diesen Ort vorgesehenen Mittel vom Stadtrat auf Eis gelegt.
