Wolfram Nagel stellt am 22. April um 19 Uhr sein Buch im Café aha vor:

„Jonathans Verwandlung oder Кто создаст нового человека?“ (Wer schafft den neuen Menschen?)

Dazu spielt Paul Geigerzähler aus Berlin.

Jonathan Kaminsky, der Hauptheld des Romans, ist Bauingenieur und arbeitet als Bauleiter im Wohnungsbaukombinat Dresden. Durch seine Freundin lernt er Künstler kennen, die ihn überreden, für sie Modell zu stehen. Sie wollen eine Skulptur des „Neuen Menschen“ für die nächste große DDR-Kunstausstellung schaffen. Am Ende steht er als Säulenheiliger des Sozialismus vor dem Museum. Aus dieser Perspektive erzählt er seine Geschichten: von der frommen Oma, dem russisch sprechenden Großvater, dem gewalttätigen Vater, einem Lehrer und Parteisekretär sowie vom erzwungenen Umzug vom Dorf in die Vorstadt Berlins. Wolfram Nagel erzählt vom Versuch, sich aus seinem Ingenieuralttag zu befreien und gerät durch die Eingipsung als Modell in neue Zwänge. Geschichten wie die Brigadefeier in der Sekundogenitur, einem Brigadeausflug ins Museum oder die Erlebnisse Jonathans in einer Dresdner Untergrund-Kneipe erzählen vom Alltag in der DDR.
Der Roman endet schließlich mit den revolutionären Ereignissen im Herbst 1989, als die Skulptur des „Neuen Menschen“ – wie viele andere Symbole der DDR – abgeräumt wird.

Wolfram Nagel, geboren 1955 in einem Dorf in Südthüringen, erlernte nach der Schule den Beruf des Baufacharbeiters. Anschließend studierte er Bauingenieurwesen und diente als Soldat bei der NVA. Mit seiner jungen Familie lebte er zunächst in Dresden, später in einem leerstehenden Schloss bei Riesa. Als freier Autor schrieb er zunächst Features für Radio DDR und arbeitete später unter anderem für den MDR und den Deutschlandfunk.

Paul Nagel, Jahrgang 1978, hat diese Zeit als Kind erlebt und verarbeitet sie in seinen Songs. Vater und Sohn setzen sich auf ganz unterschiedliche Weise mit ihren Erfahrungen eines Lebens in der späten DDR und der politischen Wende auseinander.